Das als Glíma bekannte isländische Ringen blickt auf eine lange
Geschichte zurück. Unter Anderem in verschiedenen Sagas sind Kämpfe erwähnt, die auf diese Art ausgetragen wurden.
Glíma ist eine Form des Ringens. In der Wikingerzeit wurde es als eine Art Training für den Kampf praktiziert, aber auch bei Auseinandersetzungen (ohne Waffen und mit Waffen) eingesetzt. Die moderne Form des Glíma (mit Gürtel) war damals nicht gebräuchlich. Vielmehr wurde an den Kleidern (der Hose) gegriffen oder um den Griff selbst gerungen (siehe untern). Glíma ist sozusagen die Grundschule der Wikinger-Kampfkunst, denn hier werden so fundamentale Konzepte wie Gleichgewicht, Hebelwirkungen und Behendigkeit trainiert und zu Einsatz gebracht. Das Prinzip der Ehre hat im Glíma einen sehr hohen Stellenwert. So ist es eine der fundamentalen Regeln, dass sich immer vor und nach einem Kampf die Kontrahenten die Hand geben, oder dass während dem Kampf eine aufrechte Haltung eingenommen werden muss. Glíma wird seit Beginn des 20. Jahrhunderts in Island wieder als Nationalsportart gepflegt. Die Meisterschaften blicken auf eine über einhundertjährige, jüngere Geschichte zurück. Die Trophäe ist dabei der legendäre Grettisbeltið (Grettisgürtel), der von Meister zu Meister weitergegeben wird. Es ist per Gesetz verboten, dass dieser Gürtel Island verlässt.
Geschichtliches
Glíma ist in Island ein sogenannter Volkssport, der über viele Jahrhunderte
von den Familien ausgeübt wurde. Die Meinungen über die heutige, rein sportliche
Form der alten Kampfkunst sind geteilt. Zum Einen haben viele aktive
Glíma-Ringer heutzutage kaum noch den geschichtlichen Bezug zu den Wurzeln ihres
Sports und zum Anderen sieht ein nicht unbeträchtlicher Teil der Bevölkerung die
Ringer in ihren engen Anzügen und "Elfenschuhen" mit einer gehörigen Portion
Misstrauen. Nachgewiesenermaßen gibt es aber eine lange Tradition des Glíma in
Island. Nähere Informationen dazu werden sollen auf der im Entstehen
befindlichen Webseite des IGA präsentiert werden.
IGA - International Glíma Association
Im Jahre 2007 wurde in Reykjavik, im Anschluss an die dort stattfindenden
Iceland-Air-Open die International Glíma Association gegründet.
Gründungsnationen waren
Island
Schweden
Dänemark
Holland und
Deutschland (vertreten durch Mitglieder von Blóðvítnir)
Der IGA hat sich zum Ziel gesetzt, besser über Glíma zu informieren und die
Verbreitung dieser Kampfkunst auf andere Länder zu fördern. Zu diesem Zweck
werden unter dem Dach der IGA Turniere, Seminare und Meisterschaften in
verschiedenen Ländern organisiert. An einem professionellen Webauftritt wird zur
Zeit noch gearbeitet.
Glíma in Deutschland - Stand Heute
Wir präsentieren unser Wissen über Glíma bei verschiedenen Gelegenheiten. Vom
Mittelaltermarkt über private Seminarveranstaltungen oder sonstige
Veranstaltungen, zu denen wir eingeladen werden. Auch das von uns selbst
organisierte Training ist offen und kann jederzeit von Interessenten besucht
werden. Wir organisieren in unregelmäßigen Abständen Seminare für Neulinge
(viele Fortgeschrittene haben wir in Deutschland noch nicht).
Nähere Informationen können bei Interesse gerne im Glima-Forum
erfragt werden! Wir freuen uns über Anfragen!
Wie kamen wir zu Glíma?
Anfang 2006 waren wir auf dem Markt in Eindhoven, wo Seminare in Glíma vom damals amtierenden Weltmeister angeboten wurden. Da haben wir natürlich mitgemacht. Es sollte dann auch die erste Meisterschaft außerhalb skandinavischen Bodens dort in Eindhoven stattfinden. Petur hatte spezielle Medaillen anfertigen lassen. Als wir aus diesem Turnier sehr erfolgreich hervorgingen (Thjodolfr: Platz 1, Meldric: Platz 2), haben wir dann spaßeshalber (bzw. "Macohl hat lautstark") die Deutsche Nationalmannschaft im Glíma ausgerufen. Das war eher nicht ganz so ernst gemeint... bis wir dann die Einladung von Lárus erhielten, doch bitte eine vierköpfige Mannschaft für die Iceland Air Open aufzustellen und die Personalien mitzuteilen. Der Flug wurde von Sponsor des Turniers bezahlt.
Wir waren von dieser Einladung mehr als überrascht, sind aber dann, trotz diverser Verletzungen, nach Island aufgebrochen.
Holland Open 2006
Unser erster Kontakt mit Glíma fand in Eindhoven 2006 statt. Dort nahmen wir sehr erfolgreich an den "Holland Open" teil. Hier geht es zum Bericht auf der offiziellen Glíma-Homepage. MacOhl hat sich bei dem Turnier das Knie verletzt, sonst hätte er um die ersten drei Plätze mitgekämpft.
Marc Becher, Þýskalandi 7 v. (Soll "Marc Becker" heissen)
Meldric, Þýskalandi 6+2 v.
Burnosenka, Hvíta-Rússlandi 6+1 v.
Barnsky Michael, Þýskalandi 6+0 v. (Soll "Michael Bansky" heissen)
Andreas Kool, Hollandi 4 v.
Sander, Hollandi 3 v.
(7.-8.) Marco Windeh, Þýskalandi 2 v. (Soll "Marco Winden" heissen)
(7.-8.) Michael Deyenfg, Þýskalandi 2 v. (Soll "Michael Degen" heissen)
Koen vand der naats, Hollandi 0 v.
*Mac Ohl, Þýskalandi 5 v. hætti keppni vegna meiðsla átti þá eftir tvær glímur
Iceland-Air Open 2006
Wir wurden sehr überraschend eingeladen, um an den Iceland Air Open 2006 teilzunehmen. Eigentlich war das Ausrufen der Deutschen Nationalmannschaft ja nichtmal sonderlich ernst gemeint... bis die Einladung kam. Hier gibt es den offiziellen Bericht. Platzierungen konnten wir keine erringen.
Gegen Schweden: 0 Siege, 4 Niederlage (gelbe Karte)
Thjodolfr (Trotz Knieverletzung angetreten):
Gegen Island: 0 Siege, 4 Niederlagen
Gegen Schweden: 1 Niederlage, danach verletzungsbedingt ausgeschieden
Iceland-Air Open 2007
Vom 16.-19.11.2007 fanden die Iceland-Air-Open wieder mit deutscher
Beteiligung in Reykjavik, Island statt. Wir waren wieder erfolgreich. Den Kampf
gegen die Dänen gewannen wir 9 zu 8, nachdem Marc verletzungsbedingt zwei Punkte
abgeben musste und die Dänen daher beim Stand von 8 zu 6 auf 8 zu 8 gleichzogen.
Aber der Entscheidungskampf wurde von Meldric für Deutschland entschieden.
Danach kämpften wir gegen zwei isländische Teams und verloren erwartungsgemäß
mehr oder weniger hoch. Der Kampf gegen Schweden hätte für uns ausgehen können,
aber unser Ersatzmann, Andress aus den Niederlanden, war eher der Form halber
angetreten und gab seine Kämpfe ohne große Gegenwehr an die Schweden ab. Da
Andress auch verletzungsbedingt eigentlich nicht am Turnier teilnahm, sind wir
ihm für seine Hilfe trotzdem dankbar, denn sonst wären wir wohl garnicht im
Turnier geblieben wegen mangelnder Ersatzleute.
In der Einzeldisziplin
Lausatög platzierten sich Meldric auf den 2. und MacOhl auf den 3. Platz in der
Kategorie Männer über 100kg.
Viel bedeutsamer als das Turnier war allerdings
die daran anschließende Gründung der IGA ("International Glima Association"),
die Dank uns mit deutscher Beteiligung gegründet wurde. Deutschland ist also als
Gründungsnation des IGA mit vertreten. Und daraus ziehen wir auch den Schluss,
dass wir seit diesem Tag die "offizielle Kompetenz" in Deutschland zum Thema
Glíma darstellen.
Videomaterial
Das folgende Video stammt von den Iceland Air Open 2006 und zeigt besser als seitenlange Erklärungen, wie Glíma heutzutage aussieht:
Und hier mal als Kontrast ein Video aus dem Jahre 1932:
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